Apple erschwert Adressbuchweitergabe für iOS-Apps

Apple stoppt Adressbuchweitergabe für iOS-Apps

Kontakte-Funktion in iOS 11.

(Bild: Screenshot via iDownloadblog)

Mit neuen Regeln soll unterbunden werden, dass Entwickler die iPhone-Kontaktliste verkaufen. Auch die Überwachung der Nutzung anderer Apps ist nun tabu.

Apple zieht im Rahmen neuer App-Store-Regeln nach der Vorstellung von iOS 12 und macOS 10.14 bei der Datenweitergabe durch Entwickler die Daumenschrauben an. Künftig soll ein Handel mit Adressbuchdaten oder ein Erstellen von Kontaktnetzwerken, wie es Facebook und Co. gerne tun, zumindest erschwert werden.

So heißt es in den überarbeiteten “App Store Review Guidelines”, dass App-Hersteller Kontaktlisten nicht mehr mit anderen Unternehmen teilen oder diese verkaufen können, wie die Wirtschaftsnachrichtenagentur Bloomberg schreibt. Zudem dürften Kontaktlisten nicht für eine Funktionsart – etwa eine Kalender-App – angefragt werden, um sie dann für andere Zwecke zu verwenden. Schlimmstenfalls droht Entwicklern bei Verstoß der Rauswurf aus dem App Store.

Schon jetzt können Nutzer selbst entscheiden, ob sie Apps den Zugriff auf ihr Adressbuch geben. Dieser lässt sich auch nachträglich über die Systemeinstellungen im Bereich Privatsphäre widerrufen. Hat eine Software aber einmal die Daten gesammelt, landen sie gegebenenfalls in der Cloud und können nicht mehr einfach zurückgeholt werden.

iPhone-Adressbücher enthalten für Werbetreibende jede Menge interessante Daten – neben Telefonnummern und Anschriften können E-Mail-Angaben und sogar Profilfotos hinterlegt sein. In der Vergangenheit war mit diesen Informationen von großen wie kleinen App-Anbietern bereits Schindluder getrieben worden – Apple hatte den Zugriff aber bislang nicht so stark eingeschränkt wie jetzt. Facebook nutzt Adressbuchangaben unter anderem zur Erstellung sogenannter Schattenprofile – das Unternehmen kann also auch das soziale Netzwerk von Nutzern erfassen, die gar nicht bei Facebook angemeldet sind.

Neben der Erschwerung der Datenweitergabe von Kontaktinformationen will Apple es künfitg außerdem verbieten, dass Apps Informationen zur Verwendung anderer Anwendungen beziehungsweise deren Installation zu Werbe- und Marketingzwecken verwendet.

Damit könnten Trackingwerkzeuge wie der VPN-Client Onavo von Facebook, die explizit externe Nutzungsvorgänge erfassen, künftig tabu sein.
(bsc)

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